Geschichte des Schachclub Pegnitz

Das Schachspiel in Pegnitz ist einem Regierungsinspektor Wiegel vom Landratsamt zu verdanken. Er erließ im Herbst 1946 in den städtischen Amtkästen einen Aufruf zur Gründung eines Schach-Clubs. Ins Nebenzimmer des „Weißen Roß“ (heutige Volksbank) kamen dreißig Schachfreunde. Sie wählten den inzwischen verstorbenen Kunstmaler Georg Wittmann zu ihrem Vorsitzenden und schlossen sich, weil die Besatzungsmacht etwas gegen Vereinsgründungen hatte, dem inzwischen aufgelösten „Kulturbund“ an. Zur damaligen Zeit gab es noch keinen regelmäßigen Spielbetrieb im Verein.

Der erste errungene Mannschaftstitel war 1955 der Gewinn der Oberfränkischen Meisterschaft

von links oben nach rechts unten
Rudolf Tritsch, Walter Krauß, Erhard Fincenc, Peter Hofmann, Hermann Sommer, Hermann Schmid, Fritz Fuierer, Walter Redweik, Dr. Hermann Meckel, Vorstand Hans M. Schwarz, Karl Paris, Fritz Lehmann.


Ende der 50er Jahre wechselte man dann das Vereinslokal. Neues Domizil der Pegnitzer Schachspieler wurde das sogenannte „Drei-Mädel-Haus“ (heutige Videothek „Video Galerie“). In den 50er Jahren wurden vom Schachclub Pegnitz auch regelmäßig Faschingsveranstaltungen durchgeführt, die in Pegnitz wichtige gesellschaftliche Ereignisse darstellten.

In den 60er Jahren erfolgte ein weiterer Wechsel des Schachlokals, nämlich ins Gasthaus Meier. 1965 errang dann Hermann Schmid, der noch heute Mitglied im Schachclub ist, den oberfränkischen Meistertitel. Dies war bis dahin der größte Einzelerfolg eines Pegnitzer Schachspielers. Zum 20jährigen Vereinsjubiläum 1966 gelang es dann dem Schachclub die oberfränkischen Meisterschaften nach Pegnitz zu holen. Die Vergabe dieses Turnieres nach Pegnitz war eine große Auszeichnung für das Pegnitzer Schach.

Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gab es in Bayern zwei unterschiedlich voneinander arbeitende Schachverbände, zwischen denen die Pegnitzer Schachfreunde mehrmals hin und her wechselten. Zeitweise mußte man sogar an beide Verbände Abgaben entrichten. Man stand damals sogar kurz vor einer Vereinsauflösung. Als Folge, daß wegen der Verbandsstreitigkeiten keine Mannschaftskämpfe mehr stattfanden, lag das Vereinsleben brach. Erst 1973 waren diese ganzen Streitigkeiten bereinigt und man belegte mit der Mannschaft die höchste Spielklasse in Mittelfranken (Landesliga). Zwischenzeitlich fand ein weiterer Wechsel des Vereinslokal statt. Von nun an trafen sich die Schachspieler im „Weißen Lamm“ bis sie dann 1982 in das neuerbaute Freibadrestaurant umzogen, wo sie sich noch heute treffen.

Ein wahrer Aufschwung des Schachsports in Pegnitz erfolgte nach der Wahl Hermann Sommers zum ersten Vorstand am 5.12.1974. Bei der damaligen Versammlung ware 49 Mitglieder anwesend. Unter Herrmann Sommer erfolgte wieder ein regelmäßiger Spielbetrieb sowohl im Verein als auch auf Kreis- und Bezirksebene. Er konnte bei Auswärtsspielen den Schachfreunden auch stets ein gutes Lokal zum Einkehren zeigen. Als dann Hermann Sommer verstarb übernahm der damalige zweite Vorsitzende Karl-Heinz Hoffmann das Vorstandsamt (1983). In seiner Amtsperiode, die bis 1991 andauerte, konnte er die hervorragende Arbeit seines Vorgängers fortsetzen und dafür sorgen, daß der Name des Pegnitzer Schachclubs einen guten Klang im Bezirk Oberfranken hat.

In den 80er Jahren begann man auch mit einer kontinuierlichen Jugendarbeit. Dabei gebührt dem damaligen Jugendleiter Hans Perl ein großer Verdienst, der es schaffte 18 Jugendliche für den Schachsport zu gewinnen. Man nahm zu dieser Zeit sogar an Jugendmannschaftskämpfen und überregionalen Turnieren teil. Hans Perl ist es zu verdanken, dass aus der damaligen Jugend fünf Spieler hervorgegangen sind, die noch heute in den Vereinsmannschaften aktiv sind, die noch heute in den Vereinsmannschaften aktiv sind.

Ab 1991 übernahm dann Jens Kupke das Amt des ersten Vorsitzenden und Uwe Schulze das Amt des zweiten Vorsitzenden. Trotz ihres noch recht jungen Alters (damals 21 und 20) gelang es ihnen mit Unterstützung ihrer Vorgänger K.-H. Hoffmann und Klaus Kupke den Verein in gewohnter Weise weiter zu führen.

Im Gegensatz zu den Vorständen gab es bei den Kassieren keine so häufigen Wechsel. Der erste Kassier des Schachclub war H. Rupprecht, der von 1946 bis 1966 im Amt war. Sein Nachfolger wurde Adolf Berger, der noch heute im Amt ist. Dies bedeutet eine 30jährige Tätigkeit als Schatzmeister im Dienste des Schachclubs. Er schaffte es auch trotz der stets knappen Finanzen das Vermögen des Vereins in kleinen Schritten zu vermehren, so daß es vor ein paar Jahren sogar möglich war, eine größere Investition in Spielmaterial zu tätigen. Aus sportlicher Sicht ist zu erwähnen, daß in den letzten Jahren die erste Mannschaft mehrmals aus der Bezirksliga II in die Bezirksliga I aufgestiegen ist, doch die Klasse, wie auch heuer, nicht halten konnte.

Die zweite Mannschaft spielt seit Jahren in der Kreisklasse A, wobei sie sich stetig steigert. Eine Besonderheit, die noch zu erwähnen wäre, ist, daß der Schachclub Pegnitz seit 1991 zwei Partnervereine in den neuen Bundesländern besitzt, nämlich Post SV Crimmitschau und SK Waldkirchen.

Der erste Kontakt mit Waldkirchen kam durch eine Einladung zu deren Schnellschachturnier zustande, an dem auch die Helmbrechtser Schachfreunde teilnahmen. Ausgangspunkt für die Partnerschaft mit Crimmitschau war das Spiel ihrer Eishockeyspieler in Pegnitz. Dabei entdeckten einige Fans, daß hier auch Schach gespielt wird. Daraufhin nahm die Crimmitschauer Schachabteilung Kontakt mit dem Schachclub Pegnitz auf. Die Verbindungen, die zu der damaligen Zeit geknüpft wurden, haben bis heute Bestand.

Dies war ein Überblick über die 50jährige Geschichte des Schachclubs Pegnitz. Sicher konnten darin nicht alle Ereignisse erwähnt werden, sei es weil keine Unterlagen darüber mehr vorhanden sind oder weil sie in Vergessenheit geraten sind. Doch wir hoffen, daß aus diesem Abriß deutlich wird, daß der Schachsport in Pegnitz schon seit 50 Jahren seinen festen Platz hat und ihn auch in Zukunft haben wird.

US/KS


Das Jubiläumsheft zur Oberfränkischen Meisterschaft 1966 in Pegnitz




Festakt im Pegnitzer Freibadrestaurant 1996
Viel Prominenz auf dem Bild
v.l. Pfarrer Schäfer, das Vorstandsduo Schulze/Kufer, Markus Müller, 3. Bürgermeister Böhmer, 2. Bürgermeister Graf, Peter Popp, Hans Schmidt und ganz rechts Kaspar Bezold
Jubiläumsturnier 1996 – Siegerehrung – Uwe Voigt gewinnt das Turnier nebst Pokal

Schachjugend Pegnitz 1986
unter anderem zu sehen: Hans Perl, Siggi Hofer, Kufer Schulze, Hagn, Hofmann und vorn Michael Hacker

Die Pegnitz Open wurden von 1998 bis 2002 als große Jugendschach-Open in der Christian-Sammet-Halle in Pegnitz ausgetragen. Insgesamt fanden fünf Jugend-Open statt. Das Jugendopen entwickelten sich zu den bedeutendsten Jugendturnieren in Nordbayern und zogen Teilnehmer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland an.

Beim 1. Pegnitz Open 1998 wurde erstmals die Turnierverwaltungssoftware WinSwiss eingesetzt.

Das 5. Pegnitz Open 2002 erreichte rund 210 Teilnehmer. Großmeister Michael Bezold gab im Rahmenprogramm einen Simultankampf.

Michael vor dem Turnier am Brett

Diese Archivseite wird die nächsten Monate noch wesentlich erweitert…