Die erste Nacht des Schachs lockt 14 Topspieler an

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Eine Premiere der besonderen Art ist in Nordhalben im Frankenwald über die schwarz-weißen Bretter gegangen. Die erste Nacht des Schachs brachte 14 eingeladene Topspieler aus Oberfranken im feinen Ambiente des Nordwald Space zusammen. Sie kämpften zwölf Stunden lang um Punkte und den Sieg in der Gesamtwertung; der Erlös des Events fließt an einen guten Zweck.

Vorbilder gibt es einige (wenige): Rock meets Chess oder 12- bzw. 24-Stunden-Blitz haben andernorts bereits stattgefunden. Nur Oberfranken war in Sachen Nachtschach ein recht weißer Fleck auf der Landkarte. Nun nahmen der Verein Frischer Wind Nordhalben und die Schachabteilung des FC Nordhalben eine neue Veranstaltung in Angriff. Dahinter stehen Stefanie Kübrich, Vorsitzende des Frischen Winds und des FC, Jan Fischer, Schriftführer beim Frischen Wind, und die FC-Schachspieler um Stefan Wunder. Als Location wählten sie den Nordwald Space, einen modernen Co-Living/Co-Working- – und an diesem Abend und Morgen auch Co-Thinking-Space.

Am Anfang stand die Idee, starke Spieler aus der Region zu einem neuartigen Schachevent einzuladen. Dies sollte mit einem Benefizgedanken verbunden sein. Denn der Verein Frischer Wind hat erst kürzlich dank ILE-Regionalförderung einen modernen Imbisswagen anschaffen können. Ein Eigenanteil verbleibt beim Verein, und genau dafür war der Erlös gedacht. So viel vorweg: 760 Euro kamen durch Startgelder, Getränkeverkauf (unter anderem spezielle Cocktails) und Spenden von Teilnehmern und Zuschauern zusammen. Auch die Preise für die Besten – Gutscheine aus der Region – wurden durch Sponsoren ermöglicht: MT Invest, Wagner’s Hotel in Steinwiesen und die Spielbank Bad Steben unterstützten die Nacht des Schachs.

Sie zeigte in knapp zwölf Stunden die ganze Vielfalt des Denksports. Den Anfang machten am Freitag, 20 Uhr, zwei Partien Turnierschach – danach waren die ersten vier Stunden vorbei. Nach einem Mitternachtssnack ging es weiter mit fünf Runden Schnellschach. Den Abschluss bildete ab 4 Uhr morgens ein Blitzschachturnier nach dem Modus „jeder gegen jeden“. Für die einzelnen Disziplinen gab es bis zu 50 Punkte. So holte Toni Mäusbacher (SV Neustadt) als Einziger zwei Siege im Turnierschach und setzte sich damit zwischenzeitlich an die Spitze. Die Höchstpunktzahl erreichten   auch die Gewinner des Schnellschachturniers (Johannes Pfadenhauer, Kronacher SK) und des Blitzturniers (André Kopp, 1. FC Marktleuthen).

Am Ende – bei der Siegerehrung mit einem leckeren Frühstück – kam Spannung auf.

Und der Sieg in der Gesamtwertung blieb im Landkreis Kronach. Johannes Pfadenhauer vom Kronacher SK sammelte 100 Punkte und landete damit auf Platz eins.

Den zweiten Rang erreichte Christoph Sesselmann vom TSV Bindlach-Aktionär mit 85 Punkten, den Sprung aufs Treppchen schaffte auch André Kopp vom 1. FC Marktleuthen mit 75 Punkten.

Die weiteren Platzierungen: 4. Toralf Kirschneck (1. FC Marktleuthen / 65 Punkte), 5. Gerald Löw (TSV Bindlach-Aktionär / 59), 6./7. Frank Donath und Toni Mäusbacher (beide SV Neustadt / je 58), 8. Edgar Stauch (Kronacher SK / 47), 9. Leon Bauer (SV Neustadt / 46), 10. Moritz Richter (PTSV-SK Hof / 33), 11./12. Moritz Sesselmann (SK Kulmbach) und Jens Güther (SSV Burgkunstadt / je 30), 13. Roland Mildner (ASV Rehau / 29), 14. Stefan Wunder (FC Nordhalben / 8).

Letztendlich gab es aber nur Gewinner: 14 Spieler, die an ihre Grenzen und zum Teil darüber hinaus gegangen sind und eine ganze Nacht konzentriert und wach durchgehalten haben, der Verein Frischer Wind Nordhalben – und die Faszination Schachsport, um die sich von spät bis früh alles drehte.

Die Resonanz, dokumentiert auf Feedback-Bogen, fiel äußerst positiv aus. Und so kommt der Wunsch nicht überraschend, im Sommer 2027 die zweite Nacht des Schachs in Nordhalben auszutragen. Dann vielleicht mit etwas mehr eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mit etwas anderem Ablauf. Aber sicher wieder mit genauso großer Leidenschaft und Schachbegeisterung.

Ein Turnier früh um 4 Uhr: Blitzschach als dritte Disziplin setzte den Schlusspunkt unter die Schachnacht.
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Die Besten (von links): Toralf Kirschneck (Platz vier), André Kopp (Platz drei), Christoph Sesselmann (Platz zwei), Sieger Johannes Pfadenhauer und Gerald Löw (Platz fünf) mit Turnierleiter Jan Fischer.

Bild und Textquelle: Jan Fischer