Am 6. April 2019 erlebte die Marktgemeinde Bindlach einen außergewöhnlichen Höhepunkt ihrer Schachgeschichte. Auf Einladung der Schachabteilung des TSV Bindlach-Aktionär gastierte Großmeister Dr. Robert Hübner zu einem Simultankampf im Rathaus und stellte sich 25 Gegnern gleichzeitig.
Bereits lange vor dem ersten Zug füllte sich der Veranstaltungssaal. Rund 100 Zuschauer nutzten die seltene Gelegenheit, einen der bedeutendsten deutschen Schachspieler der Nachkriegszeit aus nächster Nähe zu erleben. Hübner beeindruckte nicht nur durch seine außergewöhnliche Spielstärke, sondern auch durch seine ruhige, bescheidene und sympathische Art.
Ein beeindruckendes Ergebnis – 25 Partien, 22 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage
Über nahezu vier Stunden wanderte Robert Hübner konzentriert von Brett zu Brett. Trotz starker regionaler Konkurrenz ließ der Großmeister kaum Chancen zu und erzielte ein hervorragendes Gesamtergebnis.

Den einzigen vollen Punkt gegen den Großmeister errang Sebastian Kraus. Reiner Singer und Armin Modlinger konnten Hübner jeweils ein verdientes Remis abtrotzen – ein bemerkenswerter Erfolg gegen einen ehemaligen Weltklassespieler.
Robert Hübner – einer der Größten Deutschlands
Dr. Robert Hübner (1948–2025) gehörte über Jahrzehnte zur absoluten Weltelite des Schachs.
- Deutscher Meister 1967 und 1999
- Großmeister seit 1971
- Zeitweise Nummer 3 der Weltrangliste (1981)
- Teilnehmer an 11 Schacholympiaden
- Viermal Kandidat für die Schachweltmeisterschaft
Seine außergewöhnliche Kombination aus tiefem strategischem Verständnis, wissenschaftlicher Präzision und menschlicher Bescheidenheit machte ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Schachs.
„Schach ist die Kunst, Fehler zu vermeiden.“ — Robert Hübner
Ein unvergesslicher Tag für Bindlach
Der Simultankampf im Rathaus Bindlach bleibt bis heute eine der herausragenden Veranstaltungen der oberfränkischen Schachszene. Für viele Teilnehmer war es die einmalige Gelegenheit, gegen einen Großmeister von internationalem Rang anzutreten. Noch wichtiger als das Ergebnis war jedoch die besondere Atmosphäre: Konzentration, gegenseitiger Respekt und die gemeinsame Begeisterung für das königliche Spiel prägten diesen Nachmittag.
