Eine Saison, die so wohl nur wenige erwartet hatten
Was für eine Saison für den Schachklub Kulmbach! Aus einer Mannschaft, die zunächst keineswegs als unumstrittener Aufstiegsfavorit in die Spielzeit gegangen war, entwickelte sich im Laufe der Saison ein echtes Spitzenteam. Am Ende stand die Meisterschaft – und damit der vielumjubelte Aufstieg in die Regionalliga Nord-West.
Der Erfolg kam dabei nicht durch einen einzelnen überragenden Auftritt zustande. Vielmehr überzeugten die Kulmbacher über die gesamte Saison hinweg mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Kampfgeist und einer bemerkenswerten Konstanz.
Aus einem guten Saisonstart wurde eine Erfolgsserie – und aus einem zunächst vorsichtigen Blick nach oben schließlich der Kampf um die Meisterschaft.
Vom Außenseiter zum Spitzenreiter
Gerade das macht den Kulmbacher Erfolg so bemerkenswert. Vor der Saison war ein Durchmarsch in die Regionalliga keineswegs selbstverständlich. Doch mit jedem Spieltag wuchs das Selbstvertrauen.
Kulmbach sammelte Punkt um Punkt und zeigte dabei eine Qualität, die im Mannschaftsschach besonders wichtig ist: Wenn es an einem Brett einmal nicht nach Wunsch lief, sprang ein anderer Spieler ein.
Die Mannschaft wurde dadurch zunehmend schwer auszurechnen. Nicht allein die Spitzenbretter entschieden die Wettkämpfe. Auch an den mittleren und hinteren Brettern wurden wichtige Punkte geholt.
Spätestens im letzten Saisondrittel war klar: Kulmbach spielt nicht mehr nur eine gute Saison – Kulmbach spielt um die Meisterschaft.
Das Kulmbacher Meisterstück
Im Saisonendspurt ließ sich der Schachklub die große Chance schließlich nicht mehr nehmen.
Ein deutliches 7:1 gegen Bamberg III brachte Kulmbach vor dem entscheidenden Spieltag in eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung ging der Tabellenführer ins Saisonfinale.
Dort folgte gegen den SK Weidhausen die endgültige Krönung.
Kulmbach gewann souverän mit 6,5:1,5 und machte damit aus eigener Kraft alles klar. Keine Rechnerei, kein Warten auf Ergebnisse der Konkurrenz: Die Mannschaft setzte selbst das Ausrufezeichen unter eine außergewöhnliche Saison.
Meister – Aufsteiger – Regionalliga!
Eine Mannschaft als Schlüssel zum Erfolg
Der vielleicht größte Trumpf der Kulmbacher war die Ausgeglichenheit.
Natürlich gab es Spieler, die mit besonders starken Einzelergebnissen vorangingen. Doch der Aufstieg war vor allem das Ergebnis einer funktionierenden Mannschaft.
Die Topspieler an den vorderen Brettern mussten sich regelmäßig mit den stärksten Akteuren der gegnerischen Vereine auseinandersetzen. Gerade dort sind Remisen oftmals ebenso wertvoll wie Siege, weil sie der Mannschaft an den übrigen Brettern die notwendigen Möglichkeiten eröffnen.
Gleichzeitig bewies Kulmbach immer wieder, dass die Mannschaft auch in der Breite punkten konnte.
Genau diese Mischung machte den neuen Meister so gefährlich.
Die Topspieler
Eine besondere Rolle spielten dabei die stärksten Kulmbacher Akteure Thomas Kunte und Roman Bogatenko.
An den Spitzenbrettern hatten sie die schwierige Aufgabe, gegen die Leistungsträger der gegnerischen Mannschaften zu bestehen. Ihre Ergebnisse waren damit ein wichtiger Baustein für die Stabilität des gesamten Teams.
Doch ebenso entscheidend war, dass Kulmbach nicht von einem einzelnen Spieler abhängig war. Die Verantwortung verteilte sich auf viele Schultern.
Der Mannschaftsführer als Organisator und Motivator
Ein solcher Aufstieg beginnt lange vor dem ersten Zug am Schachbrett.
Eine besondere Bedeutung kommt deshalb dem Kulmbacher Mannschaftsführer Thomas Kunte zu.
Aufstellungen müssen organisiert, Spieler koordiniert und Ausfälle kompensiert werden. Hinzu kommen taktische Überlegungen: Wer spielt an welchem Brett? Welche Aufstellung passt zum jeweiligen Gegner? Wo liegen die größten Chancen?
Gerade über eine komplette Saison hinweg ist diese Arbeit nicht zu unterschätzen.
Der Mannschaftsführer ist dabei nicht nur Organisator, sondern auch Bindeglied innerhalb des Teams. Dass Kulmbach über die gesamte Saison so geschlossen auftreten konnte, spricht deshalb auch für eine funktionierende Mannschaftsführung.
Jetzt wartet die Regionalliga Nord-West
Mit dem Aufstieg beginnt für den Schachklub Kulmbach nun ein neues Kapitel.
In der Saison 2026/27 wartet die Regionalliga Nord-West – und damit eine deutlich größere Herausforderung.
Die Gegner werden stärker, die Mannschaften ausgeglichener und Fehler konsequenter bestraft. An vielen Brettern dürfte Kulmbach auf Spieler treffen, die über große Erfahrung in höheren bayerischen Spielklassen verfügen.
Doch der Aufsteiger muss sich keineswegs verstecken.
Die abgelaufene Saison hat gezeigt, dass die Mannschaft über Eigenschaften verfügt, die auch eine Klasse höher entscheidend sein können: Geschlossenheit, Kampfgeist, Zuverlässigkeit und Selbstvertrauen.
Klassenerhalt als erstes großes Ziel
Nach einem Aufstieg ist die Versuchung groß, sofort von neuen Höhen zu träumen. Für Kulmbach dürfte zunächst jedoch ein anderes Ziel im Mittelpunkt stehen: die Etablierung in der Regionalliga.
Der Klassenerhalt wäre bereits ein großer Erfolg.
Entscheidend wird sein, ob die erfolgreiche Mannschaft weitgehend zusammenbleibt und möglicherweise an einzelnen Brettern noch verstärkt werden kann. Besonders an den Spitzenbrettern steigt das Niveau in der Regionalliga spürbar.
Gelingt es Kulmbach jedoch, die mannschaftliche Geschlossenheit der Aufstiegssaison mitzunehmen, ist der Mannschaft einiges zuzutrauen.
Kulmbach meldet sich eindrucksvoll zurück
Der Aufstieg ist mehr als nur der Wechsel in eine höhere Spielklasse.
Er ist ein sportliches Ausrufezeichen für den Schachklub Kulmbach und zugleich ein schöner Erfolg für das oberfränkische Mannschaftsschach.
Aus einem ambitionierten Team wurde innerhalb einer Saison ein Meister. Aus einer überraschend starken Saison wurde ein Durchmarsch. Und aus dem Traum von der Regionalliga wurde Realität.
Nun darf man gespannt sein, wie sich Kulmbach auf der nächsthöheren Bühne schlägt.
Eines hat die Mannschaft bereits bewiesen:
Unterschätzen sollte man den Schachklub Kulmbach nicht mehr.

Der Schachklub 1907 Kulmbach e.V. (SK 1907 Kulmbach) ist der zentrale Ansprechpartner für Schachbegeisterte im Landkreis Kulmbach. Als reiner Amateurverein bietet er Spielern aller Altersklassen und Spielstärken – vom Anfänger bis zum erfahrenen Turnierspieler – ein offenes und freundliches Umfeld. [1]
Wichtigste Vereinsdaten
- Offizielle Website: SK Kulmbach
- Mitglieder: Ca. 51 aktive Mitglieder (davon ein hoher Jugendanteil von rund 21 Spielern unter 25 Jahren).
- Durchschnittliche Spielstärke: Die durchschnittliche DWZ (Deutsche Wertungszahl) liegt bei etwa 1650. Top-Spieler des Vereins erreichen Wertungen von über 2000 DWZ.
- Vorstand: Goran Sabol [1, 2, 3, 4]
Spielorte & Trainingsstätten
Der Verein nutzt je nach Altersklasse und Mannschaft unterschiedliche Räumlichkeiten in Kulmbach und Umgebung:
- Haupt-Spiellokal (Erwachsene & Mannschaften):
Heiner-Stenglein-Senioren- und Pflegeheim
Am Rasen 1, 95326 Kulmbach - Jugendtraining:
Jugendzentrum „Alte Spinnerei“
Hans-Hacker-Straße, 95326 Kulmbach - Ausweich-Spiellokal (teilweise für externe Events):
Vereinsgaststätte „Alte Post“ (Untersteinacher Blasmusikanten)
Bahnhofsplatz 1, 95369 Untersteinach [1, 2, 3, 4, 5]
Besondere Aktivitäten & Turniere
Der SK Kulmbach zeichnet sich durch eine sehr aktive und moderne Turnierkultur aus:
- Freestyle-Chess Open: Der Verein hat sich als Vorreiter für Freestyle-Chess (auch bekannt als Chess960) in der Region etabliert. Hierbei wird die Aufstellung der Figuren auf der Grundreihe vor der Partie ausgelost, was klassische Eröffnungstheorie überflüssig macht. Das 2. offene Kulmbacher Freestyle Open fand im Juni 2026 statt. [1, 2, 3]
- Ligabetrieb: Der Verein nimmt mit mehreren Mannschaften am regulären Spielbetrieb des Schachbezirks Oberfranken teil (u.a. Bezirksliga Ost). [1, 2, 3]
