Erfurter Schachfestival 2007 – 2019


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29. Erfurter Schachfestival, 2019 Hauptturnier
29. Erfurter Schachfestival, 2019 Seniorenturnier
29. Erfurter Schachfestival, 2019 Meisterturnier
29. Erfurter Schachfestival, 2019 Amateurturnier


28. Schachfestival Erfurt, 2018 Meisterturnier
28. Schachfestival Erfurt, 2018 Hauptturnier
28. Schachfestival Erfurt, 2018 Amateurturnier
28. Schachfestival Erfurt, 2018 Seniorenturnier


27. Schachfestival Erfurt, 2017 Meisterturnier
27. Schachfestival Erfurt, 2017 Hauptturnier
27. Schachfestival Erfurt, 2017 Amateurturnier
27. Schachfestival Erfurt, 2017 Seniorenturnier


26. Schachfestival Erfurt, 2016 Seniorenturnier
26. Schachfestival Erfurt, 2016 Meisterturnier
26. Schachfestival Erfurt, 2016 Hauptturnier
26. Schachfestival Erfurt, 2016 Amateurturnier


25. Schachfestival Erfurt, 2015 Seniorenturnier
25. Schachfestival Erfurt, 2015 Meisterturnier
25. Schachfestival Erfurt, 2015 Hauptturnier
25. Schachfestival Erfurt, 2015 Amateurturnier


24. Schachfestival Erfurt, 2014 Seniorenturnier
24. Schachfestival Erfurt, 2014 Meisterturnier
24. Schachfestival Erfurt, 2014 Hauptturnier
24. Schachfestival Erfurt, 2014 Amateurturnier


23. Schachfestival Erfurt, 2013 Seniorenturnier
23. Schachfestival Erfurt, 2013 Meisterturnier
23. Schachfestival Erfurt, 2013 Hauptturnier
23. Schachfestival Erfurt, 2013 Amateurturnier


22. Schachfestival Erfurt, 2012 Seniorenturnier
22. Schachfestival Erfurt, 2012 Meisterturnier
22. Schachfestival Erfurt, 2012 Hauptturnier
22. Schachfestival Erfurt, 2012 Amateurturnier


21. Schachfestival Erfurt, 2011 Seniorenturnier
21. Schachfestival Erfurt, 2011 Meisterturnier
21. Schachfestival Erfurt, 2011 Hauptturnier
21. Schachfestival Erfurt, 2011 Amateurturnier


20. Schachfestival Erfurt, 2010 Seniorenturnier
20. Schachfestival Erfurt, 2010 Meisterturnier
20. Schachfestival Erfurt, 2010 Hauptturnier
20. Schachfestival Erfurt, 2010 Amateurturnier


19. Schachfestival Erfurt, 2009 Seniorenturnier
19. Schachfestival Erfurt, 2009 Meisterturnier
19. Schachfestival Erfurt, 2009 Hauptturnier
19. Schachfestival Erfurt, 2009 Amateurturnier


18. Schachfestival Erfurt, 2008 Seniorenturnier
18. Schachfestival Erfurt, 2008 Meisterturnier
18. Schachfestival Erfurt, 2008 Hauptturnier
18. Schachfestival Erfurt, 2008 Amateurturnier


17. Schachfestival Erfurt, 2007 Seniorenturnier
17. Schachfestival Erfurt, 2007 Meisterturnier
17. Schachfestival Erfurt, 2007 Hauptturnier
17. Schachfestival Erfurt, 2007 Amateurturnier



Rochade-Artikel vom Januar 1993


Quelle: Heinz Brunthaler


Erfurter Schachfestival 2007–2019

Schach zwischen Weihnachten und Silvester – Erinnerungen an eines der größten deutschen Open

Über viele Jahre gehörte das Erfurter Schachfestival zu den festen Größen im deutschen Turnierkalender. Wenn Weihnachten vorüber war und sich das Jahr seinem Ende näherte, führte der Weg für Hunderte Schachspieler nach Thüringen. Vom 26. bis 30. Dezember verwandelte sich das Radisson Blu Hotel in Erfurt regelmäßig in ein großes Schachzentrum.

Für mein Schacharchiv ist vor allem der Zeitraum 2007 bis 2019 von besonderer Bedeutung. In diesen Jahren habe ich das Festival intensiv begleitet, fotografiert und darüber berichtet. So entstand über die Jahre eine umfangreiche Dokumentation mit Bildern, Ergebnissen, Partien und Berichten – Erinnerungen an eine Veranstaltung, die weit mehr als nur ein Schachturnier war.

Vom Schachturnier zum großen Festival

Die Geschichte des Erfurter Schachfestivals reicht deutlich weiter zurück als 2007. Bereits 2012 wurde die 22. Auflage ausgetragen, 2016 folgte das 26. Festival und 2019 schließlich die 29. Auflage.

Das zeigt, wie fest sich die Veranstaltung über Jahrzehnte im deutschen Schach etabliert hatte.

Einen wesentlichen Anteil daran hatte das Erfurter Organisationsteam. Jahr für Jahr gelang es, ein Turnier auf die Beine zu stellen, das sowohl ambitionierte Titelträger als auch Vereinsspieler, Senioren und Amateure ansprach.

Gerade diese Mischung machte den besonderen Reiz aus.

Hier saßen Großmeister und Internationale Meister nur wenige Meter entfernt von Spielern, für die bereits die Teilnahme an einem solch großen Festival ein Höhepunkt des Schachjahres war.

Das Radisson Blu – ein Hotel voller Schachspieler

Untrennbar mit dem Festival verbunden war das Radisson Blu Hotel Erfurt.

Das Hotel bot für eine Veranstaltung dieser Größenordnung hervorragende Bedingungen. In Spitzenzeiten kamen mehr als 400 Spieler zusammen. Hinzu kamen Organisatoren, Schiedsrichter, Begleitpersonen, Zuschauer und Gäste.

Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung der Teilnehmerzahlen.

Beim 22. Festival im Jahr 2012 gingen beispielsweise rund 310 Spieler an den Start. Nur wenige Jahre später war die Marke von 400 Teilnehmern erreicht und überschritten.

2015 lagen bereits 441 Meldungen für das Festival vor. 2016 nahmen schließlich 439 Spielerinnen und Spieler teil.

Den Höhepunkt unseres hier betrachteten Zeitraums bildete 2019: Bei der 29. Auflage sorgten 446 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein nahezu vollständig vom Schach geprägtes Hotel.

Aus einem großen Turnier war längst ein echtes Schachfestival geworden.

Vier Turniere unter einem Dach

Ein Erfolgsgeheimnis war die Aufteilung des Festivals in unterschiedliche Spielklassen.

Neben dem Meisterturnier gab es ein Hauptturnier, ein Amateurturnier und ein Seniorenturnier.

Damit fanden Spieler unterschiedlichster Spielstärke ein passendes Turnier.

Im Meisterturnier kämpften Titelträger und starke Vereinsspieler um den Gesamtsieg. Gleichzeitig konnten Spieler mit niedrigerer Wertungszahl in den anderen Gruppen auf Gegner vergleichbarer Stärke treffen.

Diese Struktur trug wesentlich dazu bei, dass das Festival Jahr für Jahr mehrere hundert Teilnehmer anzog.

Große Namen in Erfurt

Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche bekannte Spieler nach Erfurt.

Großmeister, Internationale Meister, deutsche Nachwuchstalente und bekannte Persönlichkeiten des deutschen Schachs gehörten zum Teilnehmerfeld.

Zu den Namen, die mit den Erfurter Turnieren dieser Jahre verbunden sind, zählen unter anderem Peter Enders, Thomas Pähtz, Elisabeth Pähtz, Henrik Teske, Alexander Berelowitsch, Roland Schmaltz, Jonathan Carlstedt, Nikolas Lubbe, Georgios Souleidis, Filiz Osmanodja, Roven Vogel, Alexander Lagunow und Raphael Lagunow.

Gerade für junge Spieler bot Erfurt immer wieder die Gelegenheit, sich mit erfahrenen Titelträgern zu messen.

2012 – neun Spieler punktgleich an der Spitze

Wie spannend es in Erfurt zugehen konnte, zeigte das Festival 2012 besonders eindrucksvoll.

Nach acht Runden hatten gleich neun Spieler sechs Punkte erreicht. Erst die Feinwertung entschied über den Turniersieg.

Am Ende setzte sich der ukrainische Großmeister Alexander Zubarev durch. Hinter ihm folgten der polnische Großmeister Pawel Jaracz und Großmeister Sergey Kasparov.

Ein Turnier mit neun punktgleichen Spielern an der Spitze verdeutlicht, wie ausgeglichen das Meisterturnier besetzt war.

2014 – Henrik Teske gewinnt

Zu einem weiteren Höhepunkt entwickelte sich die 24. Auflage des Festivals Ende 2014.

Erstmals beziehungsweise erneut wurde die Marke von mehr als 400 Teilnehmern eindrucksvoll bestätigt. Spieler aus allen deutschen Bundesländern und aus zahlreichen Nationen waren vertreten.

Im Meisterturnier setzte sich GM Henrik Teske durch.

Besonders interessant war sein Duell mit dem damals erst 14-jährigen Roven Vogel. Das Nachwuchstalent spielte ein hervorragendes Turnier und belegte am Ende mit 6,5 Punkten den dritten Platz.

Teske gewann mit 7 Punkten vor IM Nikolas Lubbe und Roven Vogel.

Auch Spieler wie Sebastian Eichner, Georgios Souleidis, Jonathan Carlstedt, Alexander Berelowitsch und Cliff Wichmann landeten weit vorne.

Das zeigte die enorme sportliche Qualität des Festivals.

Mehr als 400 Spieler – Erfurt stößt an seine Grenzen

In den folgenden Jahren wuchs das Festival weiter.

Für 2015 waren 441 Spieler gemeldet. Neben zahlreichen Titelträgern waren auch viele deutsche Nachwuchsspieler sowie starke Frauen im Teilnehmerfeld vertreten.

Das Erfurter Festival hatte sich inzwischen einen Ruf erarbeitet, der weit über Thüringen hinausreichte.

Spieler aus ganz Deutschland planten das Turnier fest in ihre Weihnachtszeit ein.

Viele kamen jedes Jahr wieder.

Dadurch entstand eine besondere Atmosphäre: Man traf alte Bekannte, Mannschaftskameraden und Schachfreunde, die man vielleicht seit dem vergangenen Festival nicht mehr gesehen hatte.

Erfurt wurde zum großen Jahrestreffen der deutschen Schachszene.

2016 – ein Däne triumphiert in Erfurt

Das 26. Erfurter Schachfestival 2016 brachte einen internationalen Sieger hervor.

Der dänische Internationale Meister Jens Ove Fries-Nielsen gewann das Meisterturnier mit 6,5 Punkten aus acht Partien.

Punktgleich folgten IM Jonathan Carlstedt und der Erfurter Großmeister Peter Enders.

Dass Peter Enders bei seinem Heimturnier weit vorne landete, freute natürlich besonders die Thüringer Schachfreunde.

Auch Filiz Osmanodja spielte erneut stark und erreichte sechs Punkte.

Insgesamt nahmen 439 Spieler am Festival teil.

Das Hauptturnier gewann Nikita Kuznecovs. Im Amateurturnier setzte sich Wilfried Tangermann durch, während Großmeister Thomas Pähtz das Seniorenturnier gewann.

Damit zeigte sich erneut die enorme Bandbreite des Festivals.

Die Familie Pähtz und das Erfurter Schach

Kaum eine Familie ist mit dem Spitzenschach in Erfurt so eng verbunden wie die Familie Pähtz.

GM Thomas Pähtz gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Thüringer Schachspielern und war auch beim Erfurter Festival immer wieder erfolgreich.

Seine Tochter Elisabeth Pähtz entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Schachspielerinnen überhaupt.

Erfurt war deshalb nicht nur Austragungsort des traditionellen Weihnachtsfestivals. Auch das Frauenschach erhielt hier eine große Bühne.

2017 fand beispielsweise ein hochklassiges Erfurter Frauenschachfestival statt. Dabei traf Elisabeth Pähtz unter anderem in einem viel beachteten Match auf die ehemalige Frauenweltmeisterin Alexandra Kosteniuk.

Für die Schachstadt Erfurt war dies ein weiteres Ausrufezeichen.

Alexander und Raphael Lagunow – Vater und Sohn als Sieger

Eine besonders schöne Geschichte schrieb die Familie Lagunow.

Alexander Lagunow gewann 2017 das Meisterturnier des Erfurter Schachfestivals.

Nur zwei Jahre später folgte ihm sein Sohn.

Beim 29. Erfurter Schachfestival 2019 gewann IM Raphael Lagunow das Meisterturnier.

Er blieb mit fünf Siegen und drei Remisen ungeschlagen und erreichte 6,5 Punkte aus acht Partien.

Ebenfalls 6,5 Punkte erzielte FM Karsten Schulz. In der letzten Runde trafen beide direkt aufeinander. Die Partie endete remis, sodass die Feinwertung über den Turniersieg entschied.

Raphael Lagunow hatte schließlich die Nase vorn.

Damit gelang ihm etwas Besonderes: Zwei Jahre nach seinem Vater Alexander konnte auch er seinen Namen in die Siegerliste des Erfurter Schachfestivals eintragen.

Das große Finale 2019

Die 29. Auflage im Dezember 2019 wurde noch einmal zu einem eindrucksvollen Schachfest.

446 Teilnehmerinnen und Teilnehmer füllten das Radisson Blu Hotel.

Im Meisterturnier gewann Raphael Lagunow.

Im Seniorenturnier triumphierte erneut GM Thomas Pähtz, das Hauptturnier entschied Sebastian Kraus für sich und im Amateurturnier setzte sich Sören Peters durch.

Auch Filiz Osmanodja gehörte wieder zu den auffälligen Spielerinnen des Meisterturniers. Mit fünf Siegen gewann sie souverän die Frauenwertung.

Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass mit dem Jahreswechsel eine Zäsur bevorstand.

Wenige Monate später veränderte die Corona-Pandemie den gesamten Turnierbetrieb. Damit wurde die Ausgabe 2019 im Rückblick zu einem besonderen Schlusspunkt einer langen, nahezu ununterbrochenen Festivaltradition.

Fotografieren, berichten und archivieren

Für mich persönlich bestand der Reiz des Erfurter Schachfestivals nicht ausschließlich aus den Partien.

Über viele Jahre begleitete ich die Veranstaltung auch mit der Kamera und als Berichterstatter.

Dabei entstanden zahlreiche Fotos von Spielern, Siegerehrungen und Begegnungen abseits der Bretter. Gerade diese Bilder vermitteln heute etwas, was Tabellen und Ergebnislisten allein nicht wiedergeben können: die Atmosphäre des Festivals.

Ein Turnierarchiv lebt schließlich nicht nur von Zahlen.

Es lebt von den Menschen.

Von Spielern, die konzentriert über dem Brett sitzen. Von der Freude nach einem gewonnenen Turnier. Von Gesprächen zwischen den Runden. Von Begegnungen alter Schachfreunde. Und von den vielen Helfern, die dafür sorgen, dass mehrere hundert Menschen fünf Tage lang ihrem gemeinsamen Hobby nachgehen können.

Auch meine Berichterstattung gehörte über mehrere Jahre zum medialen Erscheinungsbild des Festivals.

Der Deutsche Schachbund hob beispielsweise nach der 24. Auflage ausdrücklich die umfangreiche mediale Begleitung hervor und erwähnte dabei auch die von mir betreute Festival-Homepage.

Viele meiner Fotos fanden zudem Eingang in Berichte des Deutschen Schachbundes und dokumentieren heute ein Stück deutscher Turniergeschichte.

Ein großes Familientreffen der Schachspieler

Wer das Erfurter Schachfestival nur anhand der Tabellen betrachtet, sieht deshalb nur einen Teil seiner Geschichte.

Das Besondere war die Atmosphäre.

Zwischen Weihnachten und Silvester war für einige Tage scheinbar das ganze Hotel vom Schach erobert.

Morgens traf man die ersten Spieler beim Frühstück. Wenig später begann die Vorbereitung auf die nächste Runde. Auf den Fluren wurden Partien diskutiert, Varianten analysiert und Ergebnisse ausgetauscht.

Nach den Partien ging das Schachleben weiter.

Man traf Freunde, diskutierte über verpasste Chancen oder freute sich gemeinsam über einen gelungenen Turniertag.

Für viele Teilnehmer gehörte Erfurt deshalb zum Jahreswechsel wie Weihnachten und Silvester.

Erinnerungen bleiben

Der Zeitraum 2007 bis 2019 dokumentiert eine besonders erfolgreiche Phase des Erfurter Schachfestivals.

Die Teilnehmerzahlen stiegen, die Qualität der Meisterturniere war hoch und das Festival entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Spieler aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

Namen wie Henrik Teske, Alexander Zubarev, Jens Ove Fries-Nielsen, Peter Enders, Thomas und Elisabeth Pähtz, Alexander und Raphael Lagunow, Jonathan Carlstedt, Filiz Osmanodja oder Roven Vogel stehen stellvertretend für die sportliche Qualität dieser Jahre.

Doch mindestens genauso wichtig waren die vielen hundert Vereinsspieler.

Sie machten aus einem Spitzenturnier ein Festival.

Erfurter Schachfestival 2007–2019 – ein Stück Schachgeschichte

Heute sind die Fotos, Partien, Tabellen und Berichte aus diesen Jahren mehr als bloße Turnierergebnisse.

Sie sind ein Stück Zeitgeschichte des deutschen Schachs.

Das Erfurter Schachfestival zeigte, was ein großes Open ausmacht: Spitzenschach und Breitenschach, Nachwuchs und Senioren, Ehrgeiz und Freundschaft, spannende Partien und persönliche Begegnungen.

Für mich bleiben die Jahre in Erfurt deshalb mit vielen Erinnerungen verbunden.

Mit der Kamera am Brett, bei der Berichterstattung am Computer und mitten unter Hunderten Schachfreunden entstand über die Jahre ein umfangreiches Archiv.

Erfurt zwischen Weihnachten und Silvester – das bedeutete für viele Jahre vor allem eines: Schach.