Auf in die Mitte: SV Seubelsdorf startet mit 4:4 gegen PTSV SK Hof 2 in die neue Saison

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Auf dem Foto Jürgen Gegenfurtner – Er holte wichtige Punkte am Brett und für den Verein

Die Saison 2026/27 in der Bezirksoberliga begann für den Schachverein Seubelsdorf mit einem Heimspiel gegen PTSV SK Hof 2 – nicht nur geographisch eine Hochburg im oberfränkischen Schach.

Am achten Brett veranstaltete Hans-Jürgen Drechsel gemeinsam mit Andreas Lang ein Verwirrspiel der beidseitig ausgelassenen Chancenverwertungen. Daraus ergab sich eine Reihe bizarrer Situationen, was letzten Endes zu einer ausgeglichenen Stellung führte und ein Remis rechtfertigte.

Maximilian Kühneberger jagte an Brett 6 durch Bauernvorstöße einen feindlichen Läufer, machte dadurch aber seinen eigenen König zur leichten Beute der Figuren Sebastian Strätkers. Mit einem einzügigen Dameneinsteller brachte sich Kühneberger schließlich selbst zur Strecke.

Mit einer der immer noch zu wenigen aktiven Schachspielerinnen im Bezirk bekam es Matthias Bergmann an Brett 3 zu tun und geriet dabei gehörig unter Druck. Elisabeth Reich spielte positionell solide und zugleich dynamisch im Angriff. So erzielte sie zwischenzeitlich großen Vorteil. Mit brettumspannenden Manövern und ein wenig Glück konnte sich Bergmann dann aber doch ins Unentschieden retten.

Schwer zu kämpfen hatte auch Moritz Fiedler am siebten Brett gegen den viel höher gewerteten Stephan Kitschke. Leider blieb hier der Umschwung aus und im Endspiel musste Fiedler angesichts eines voranpreschenden Freibauern kapitulieren.

Andrej Schumacher musste sich an Brett 5 gegen eine hochflexible Aufstellung wehren, mit der es Michael Wüst geschickt offen ließ, ob er im Zentrum oder an einem der beiden Flügel angreifen wollte. Nach zähem Ringen übersah Schumacher einen drohenden Einschlag in seine Königsstellung, der die Partie jäh beendete.

Damit lagen die Seubelsdorfer schon drei Zähler zurück. Einen Wendepunkt stellte die spannende Partie von Clemens Hanschkow dar. Er opferte einen Bauern für einen überragenden Entwicklungsvorsprung, der ihm bald ein Figurenplus einbrachte. Dirk Müller versuchte, mit einem Bauernvormarsch dagegenzuhalten; nach einigen Irrungen und Wirrungen behielt Hanschkow jedoch die Oberhand.

Am zweiten Brett verstand es Marko Hofmann meisterhaft, verschiedene Formen des Vorteils ineinander zu überführen. Zuerst zwang er Olaf Hilbig zu einer kleinen Schwächung, dann brachte er seine Figuren rapide ins Spiel, hetzte die verirrte gegnerische Dame umher und siegte schließlich im Endspiel, indem er den feindlichen Monarchen in die Zange nahm.

Um wenigstens einen Mannschaftspunkt für Seubelsdorf zu sichern, musste Jürgen Gegenfurtner nun mit Schwarz am ersten Brett gewinnen. Sein Gegenspieler Michael Seidel tat angesichts dessen, was jüngst selbst der deutschen Nummer Eins Vincent Keymer in einem Einzelturnier schlecht bekommen war: Er setzte alles daran, ein Unentschieden zu erreichen. Dies gelang Seidel allerdings weder durch direkte Remisangebote noch durch Zugwiederholungen. Zuletzt verlor der Hofer die Geduld und führte eine brisante Situation mit ungleich verteiltem Material herbei. Angesichts dessen stellte Gegenfurtner die ruhigere Hand und den tieferen Überblick unter Beweis und holte den heißersehnten Zähler.

Da in dieser ersten Runde alle anderen Begegnungen in der Bezirksoberliga zugunsten einer Seite entschieden worden sind, startet Seubelsdorf in die neue Spielzeit aus der Mitte der Tabelle heraus – mit viel Luft in beide Richtungen.

Uwe Voigt

Bildquelle: Uwe Voigt