Bayerische Einzelmeisterschaft 2026: Die 97. Auflage steht vor der Tür

Am 23. August 2026 ist es wieder so weit: Im Gasthof-Hotel Höhensteiger in Rosenheim beginnt die 97. Auflage der Bayerischen Einzelmeisterschaft (BEM). Neun Runden lang kämpfen ambitionierte Spielerinnen und Spieler des Freistaats um den traditionsreichen Landesmeistertitel, dessen Geschichte sich bis ins Jahr 1886 zurückverfolgen lässt. Damals gewann Hermann Neustadtl das Premierenturnier in München. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich zahlreiche namhafte Spieler in die bayerische Siegerliste eingetragen, darunter Wolfgang Unzicker (1941), Lothar Schmid (1954) und Klaus Bischoff (1982).

Als Verbandsturnier ist die BEM nicht offen für jedermann. Das Teilnehmerfeld setzt sich im Wesentlichen aus den Meistern und Vizemeistern der bayerischen Bezirke, den bis Platz zehn qualifizierten Spielern der Vorjahresmeisterschaft, zwei Jugendplätzen sowie einigen vielversprechenden Freiplatzempfängern zusammen. Für 2026 sind 33 Teilnehmer gemeldet.

Vuckovic führt das Feld an – “junge Wilde” im Spitzenfeld

Amtierender Bayerischer Meister FM Lukas Schulz

Angeführt wird die Setzliste vom frischgebackenen Deutschen Vizemeister im BlitzschachZarko Vuckovic von den SF Augsburg, mit einer Elozahl von 2409. Von Startplatz zwei geht IM Alexander Belezky (FC Bayern München) ins Rennen. Der Bayerische Meister von 2016 nimmt damit erneut Anlauf auf den Titel. Dahinter folgen bereits die ersten „jungen Wilden“: Tugrul Türel (SF München) gewann kürzlich die Deutsche Amateur-Meisterschaft 2026 in Gruppe A mit der makellosen Bilanz von 5 aus 5. Neben ihm hat es mit FM Yaroslav Demchenko (SC Bamberg) ein weiterer Nachwuchsspieler ins Vorderfeld der Setzliste geschafft.

Auch Lennart Uphoff (SC Bavaria Regensburg) ist Elo-technisch in Schlagdistanz zu den Top 3. Nur: der Titelverteidiger und dreifache Bayerische Meister FM Lukas Schulz (SC Erlangen) fehlt diesmal.

Frauenpower in der offenen Klasse

Insgesamt finden sich ein IM, drei FMs, ein CM sowie – man höre und staune – eine WFM und eine WCM in der Starterliste der BEM. Und damit nicht genug: Nicht weniger als sechs Frauen wagen sich in diesem Jahr „zu den Männern“ in die offene Klasse – das sind knapp 20 Prozent des Teilnehmerfeldes. Ein absolutes Novum! Jana Bardorz hat sich als Bayerische Meisterin 2025 für die offene BEM qualifiziert und startet von Platz 18. Mit WFM Marharyta Khrapko (SC Garching), die auf Rang sieben im Spitzenfeld gesetzt ist, ist eine Titelträgerin weit vorne zu finden. Dazu kommen Steffi Arnhold (SC Bavaria Regensburg), WCM Algi Acarbay (FC Bayern München), Karoline Gröschel (SC Windischeschenbach) und Nese Pinar Albayrak (SC Noris-Tarrasch Nürnberg). Sie alle haben sich bereits ihre Sporen in den Frauenbundesligen verdient.

Die beiden dedizierten „Jugendbretter“ werden 2026 nicht von Meister und Vizemeister der U25-BJEM besetzt, sondern von zwei Nachrückern: Roman Koltsov (SC SW Nürnberg-Süd, Platz 3) und Sebastian Theuer (SF München, Platz 5).

Quelle: chess-results

Dünner besetzte Frauenmeisterschaft

Amtierende Bayerische Meisterin Jana Bardorz

Nachdem in diesem Jahr so viele spielstarke Frauen in der offenen Klasse antreten, ist die Bayerische Frauen-Einzelmeisterschaft (BFEM) mit zwölf Teilnehmerinnen etwas dünner besetzt als im Vorjahr, wo mit 16 Spielerinnen ein vergleichsweise großes Feld am Start war. Setzlistenerste ist Berrak Albayrak vom 2. Frauenbundesligisten SC Noris-Tarrasch Nürnberg, gefolgt von der Vorjahres-Vizemeisterin Valentina Neumeier (SK Kelheim). Auf Platz drei der Setzliste steht mit Nataliya Movchan vom SV Deggendorf eine Debütantin auf dem BFEM-Parkett. Auch die Bayerische Meisterin von 2016, Karin Roos vom FC Bayern München, will es noch einmal wissen. Erfreulich: Die Hälfte der Starterinnen ist U20 oder jünger, darunter die amtierende Bayerische Meisterin U16wMariia Averkova vom SC Bamberg. Die BFEM ist damit offenbar auch für den Nachwuchs ein attraktives Turnier.

Quelle: chess-results

Als prestigeträchtigste Einzelmeisterschaft des Bayerischen Schachbundes ist die Durchführung der BEM/BFEM Chefsache. Sowohl Bundesspielleiter ISR Simon Pernpeintner als auch der 2. Bundesspielleiter FSR Simon Staudinger sind im Einsatz und mit BSB-Ehrenpräsident Peter Eberl an den Stellhebeln der Turnierorganisation dürfen sich die Teilnehmer auf einen professionellen und reibungslosen Turnierverlauf freuen.

Los geht es am Sonntag, dem 23. August 2026, um 15 Uhr mit der Eröffnung. Runde 1 beginnt anschließend um 16 Uhr. Das Turnier endet am Samstag, dem 29. August, nach neun Runden gegen 14 Uhr mit der Siegerehrung. Wir werden täglich auf der BSB-Homepage berichten. Zum Aufwärmen schon mal alle Artikel zur BEM/BFEM des Vorjahres auf einen Blick:

Text und Bildquelle: BSB-Webseite