Die Endrunde einer Mannschaftssaison hat ihre eigenen Gesetze. Alle Teams bemühen sich noch einmal, ihr Bestes zu geben, was oft zu einem toten Rennen auf den Brettern führt. Gelegentlich werden die Begegnungen so hart und fair ausgekämpft, dass sie – sicherlich nach zähem Ringen und von den Beteiligten ungewollt – allesamt unentschieden enden. Zu einem 4:4 kam es zwar auch in der letzten Runde der Saison 2025/26 für die Seubelsdorfer Erste in einem Heimspiel gegen den SC Bamberg 3, allerdings bei durchwachseneren Einzelergebnissen.
An Brett 6 baute sich Maximilian Kühnberger gegen Rashad Abdullayev langsam, aber stark auf, bis seine Figuren am Königsflügel freie Hand hatten. Nachdem Kühnberger die Gelegenheit zu einem taktischen Schlag verpasst hatte, verflachte das Spiel jedoch zu einem Unentschieden.
Hans-Jürgen Drechsel hatte inzwischen an Brett 7 leichtfertige Leichtfiguren von Christoph Götschel zurückgedrängt und baute ein starkes Zentrum auf. Ein einziger Fingerfehler ließ Drechsel aber in eine tödliche Kreuzfesselung geraten, die ihn zur Kapitulation zwang.
Nachdem sich seine Partie gegen Olena Averkova an Brett 5 lange Zeit im Gleichgewicht befunden hatte, stellte Andrej Schumacher zuerst einen Bauern ein. Beim Versuch, diesen Nachteil wettzumachen, geriet er in immer größere Schwierigkeiten. Als seine Dame und sein Turm dann noch von einem feindlichen Läufer aufgespießt wurden, gab er auf.
Bei einem Rückstand von zwei Punkten musste sich Seubelsdorf sputen, den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Den ersten Lichtblick gab es am zweiten Brett: Gegen Dr. Jörg Ulrich spielte Marko Hofmann erst verhalten und provozierte dadurch lockernde Vorstöße, die er zu einer brettumspannenden Initiative nutzte. Ulrich goss zwar taktisches Öl in das Feuer, doch nur um mit ansehen zu müssen, wie Hofmann damit die gegnerische Stellung niederbrannte. Ähnlich hitzig wollte Matthias Bergmanns Gegenspieler die Partie an Brett 3 gestalten, doch sah sich Christian Baldszuhn immer wieder geduldig ausgebremst, so dass der Zähler schließlich geteilt wurde.
An Brett 8 erarbeitete sich Paul Buron nach langwierigen Geplänkeln ein vielversprechendes Freibauernpaar im Turmendspiel, konnte aber der Verlockung nicht widerstehen, das Spiel mit dem weitaus wertungsstärkeren Arno Lembke unentschieden ausklingen zu lassen.
Nachdem Jürgen Gegenfurtner am Spitzenbrett überraschend gegen Michael Wachter ebenfalls nicht über ein Remis hinauskam, lag es an Clemens Hanschkow, den Rückstand von einem Zähler aufzuholen. Dies gelang ihm in einer hektischen Partie gegen Harald Kudlich.
Somit errang die Seubelsdorfer Erste genau die Hälfte der 18 möglichen Mannschaftspunkte und landete dank einem in den ersten Runden angesammelten Punktepolster sanft auf dem sechsten Platz, sogar mit einem Brettpunkt Vorsprung gegenüber dem Fünftplatzierten Bamberg.
Uwe Voigt
Bildunterschrift: Noch herrschte bei Marko Hofmann (vorne rechts) die Ruhe vor dem Sturm, doch schaute Jürgen Gegenfurtner (hinten rechts) schon interessiert…
Bildquelle: Andrej Schumacher
