Was für ein Finale! Vor allem im Kampf um den Klassenerhalt fielen knappe, dramatische Entscheidungen in den oberfränkischen Ligen. Vorne war hingegen alles eindeutig: Der Schachklub 1907 Kulmbach ist neuer oberfränkischer Meister, PTSV-SK Hof 2 gewinnt die Bezirksliga Ost, der SK Michelau steigt aus der Bezirksliga West auf.
Unser Spiel des Tages: Macht der SK Kulmbach sein Meisterstück, oder gelingt dem SK Weidhausen ein letzter Kraftakt im Abstiegskrimi? Die Rollen waren klar verteilt. Doch Weidhausen ging 1:0 in Führung und suchte danach immer wieder seine Chance, legte großen Kampfgeist an den Tag. Kulmbach lief zur Meisterform auf und ließ sich den langersehnten Titel nicht mehr nehmen. Nach mehr als vier Stunden stand der 6,5:1,5-Sieg fest, die Gäste waren absolut faire Verlierer. Unser Bild (danke an Thomas Kunte!) zeigt die Meistermannschaft, die auch im letzten Spiel in Bestbesetzung antrat – was sicher ein Geheimnis des Erfolgs ist. In der Regionalliga Nord-West wollen die Kulmbacher nun an glorreiche Zeiten ihrer Vereinsgeschichte anknüpfen. Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg! Und auch für Weidhausen gab es ein Happy End: Da alle drei Konkurrenten im Bezirksoberliga-Keller ihre Wettkämpfe verloren, verbleiben Günther & Co. erneut nach einem Herzschlagfinale im Oberhaus.

Das Oberhaus: Man muss es einmal mehr betonen: Der ATSV Oberkotzau ist Neuling in der Bezirksoberliga – und er beendet die Saison ungeschlagen als Vizemeister. Auch das abschließende Duell gegen Bindlach 2 gewannen die Oberkotzauer souverän und beförderten damit die Bindlacher in die Bezirksliga Ost. Um den zweiten und möglicherweise dritten Abstiegsplatz entwickelte sich ein Drama, das über den Tag hinaus wirken wird. Kirchenlaibach fehlte letztlich nur ein Brettpunkt zum Klassenerhalt, so aber geriet die knappe Niederlage gegen Kronach äußerst bitter. Sonneberg wiederum unterlag der wiederum stark aufspielenden SG Hollfeld/Memmelsdorf 3,5:4,5 und musste den Blick in die Regionalliga richten, wo sich ebenfalls ein Abstiegskrimi feinster Sorte abspielte – mit dem sensationell besseren Ende für Bamberg 2, das sich durch ein 7:1 gegen Kitzingen noch rettete. Ein oberfränkischer Absteiger aus der Regionalliga (Marktleuthen 1) – bedeutet: zwei Absteiger aus der Bezirksoberliga – bedeutet: Sonneberg bleibt drin! Die Südthüringer können ein dickes Dankespaket für Bamberg schnüren. Für die Domstädter war es überhaupt ein grandioses Finale: Bamberg 1 holte sich durch ein 4,5:3,5 gegen Kelhelm die Meisterschaft in der Landesliga Nord und kehrt damit in die bayerische Oberliga zurück. Auch dazu unseren herzlichen Glückwunsch!
Der Osten: Da strahlen sie in der Rehauer Frühlingssonne – die Meisterspieler des PTSV-SK Hof 2. Durch einen 5,5:2,5-Sieg machten sie den Titelgewinn in der Bezirksliga Ost perfekt. Herzlichen Glückwunsch und willkommen in der Bezirksoberliga! Allen Respekt aber auch vor dem punktgleichen Zweiten Marktleuthen 2, der nochmals gewann. Der Hofer Kantersieg im Spitzenspiel in Marktleuthen hatte die Saison zugunsten der Saalestädter entschieden. Was sich am letzten Spieltag in der Abstiegszone abspielte, war Spannung pur. Thiersheim siegte zwar gegen den Absteiger Tröstau/Mehlmeisel, aber nicht deutlich genug. Oder man könnte auch sagen, Kulmbach 2 holte trotz Niederlage wichtige Brettpunkte gegen den Abstieg. Das End vom Lied: Der SV Thiersheim – langjähriger Bezirksligist – muss wegen der schlechteren Brettpunktbilanz (und letztlich wegen des Kirchenlaibacher Abstiegs aus dem Oberhaus) absteigen, Aufsteiger Kulmbach 2 bleibt drin. Die A-Klasse Marktredwitz bekommt mit drei Mannschaften kräftig Zuwachs.

Der Westen: Der Schachklub Michelau ist das Maß aller Dinge in der Bezirksliga West – und damit hochverdienter Meister und Aufsteiger. Auf dem Foto von links nach rechts: Patrick Schüpferling, Alfons Schüpferling, Bernd Stammberger, Markus Häggberg, Alfred Hoppe, Edgar Schaller und Dr. Günther Rieger; quer liegt hier ein fröhlicher Benjamin Zerr. Überragende 48 Brettpunkte, keine Niederlage, das ist die meisterliche Bilanz. Zum Abschluss genügte ein lockeres 4:4 in Strullendorf, das erst den zweiten Punktverlust bedeutete. Vize wird der FC Nordhalben, der bis auf einen Zähler an Meister Michelau heranrückte. Im Keller der Liga sah die SG Mönchröden/Ebersdorf fast schon wie der sichere Absteiger aus. Doch es kamen gleich mehrere glückliche Fügungen zusammen – angefangen mit der Bamberger Regionalliga-Rettung, weiter mit dem Sonneberger Klassenerhalt und abgeschlossen mit der 0,5:7,5-Niederlage von Konkurrent Tettau bei Höchstadt 2. So konnte die Spielgemeinschaft dank eines Brettpunkts Vorsprung vor Tettau – trotz nur vier Mannschaftspunkten – die Bezirksliga halten, die Tettauer müssen runter in die Kreisoberliga.

Die Kreisligen: Wie werden sich die oberfränkischen Ligen in der Saison 2026/27 zusammensetzen? Das wird erst im Sommer definitiv feststehen. Unser BSL Christian Gebhardt wird wie üblich um Meldungen bitten. Noch stehen nicht alle Mannschaften fest, die von unten zu den Bezirksligen stoßen werden. Denn die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass aufstiegswillige Teams in einigen Regionen unseres Bezirksverbands nicht so leicht zu finden sind. Aber der Reihe nach: Aus der A-Klasse Hof-Bayreuth-Kulmbach haben Pegnitz und Bindlach 3 die Tickets für die Bezirksliga gelöst. Meister der A-Klasse Marktredwitz ist Marktleuthen 3 – ob für die Mannschaft der Aufstieg infrage kommt? Kronach 2 und Steinwiesen belegen die Aufstiegsplätze der Kreisoberliga CNLK. Und im Schachkreis Bamberg? Da gewinnt Walsdorf die Kreisliga, schließt sich mit Hallstadt zur SG zusammen, hat bereits die Genehmigung dafür in der Tasche und kann somit aufsteigen.
Textquelle Jan Fischer BVO-Webseite / Bildquelle Aufsteigerteams…
