Ein neuer Name auf der Ehrentafel

Premierenstimmung in Hof: Erstmals wird eine oberfränkische Schnellschach-Einzelmeisterschaft zur Rapid-Elo-Auswertung eingereicht. Und ein Spieler holte zum ersten Mal einen oberfränkischen Meistertitel.

Moritz Richter hatte sich erst sehr kurzfristig zur Teilnahme bei der Meisterschaft entschieden – als Letzter von am Ende 38 trug er sich in die Startrangliste ein. Doch gemäß dem Motto „Die Letzten werden die Ersten sein“ setzte er sich nach sieben Runde an die Spitze. Die ersten fünf Partien gewann er, legte damit den Grundstein für den Turniersieg. Dann bekam er es mit Igor Shashkin (ATSV Oberkotzau) zu tun, der einen halben Punkt hinter ihm lag. Shashkin bezwang Richter und ging in Führung. Doch in der Schlussrunde kam der Oberkotzauer gegen den späteren Dritten Connor Koppe (PTSV-SK Hof) nicht über ein Remis aus, während parallel Moritz Richter seinen sechsten Punkt einfuhr. Bei 6:6 geht’s im Tennis in den Tiebreak – im Schach entscheidet die Buchholz-Wertung, und da war Richter um 1,5 Zähler vorne. Moritz Richter ist Spitzenspieler des Bezirksligisten SC Schwarzenbach am Wald, aus dem auch bekannte Namen wie Michael Seidel und Roland Krämer stammen. Künftig wird sein Name in einem Atemzug mit den Etablierten genannt werden. Zusammen mit Igor Shashkin und vielleicht Connor Koppe kann Moritz Richter nun am 16./17. Mai zur bayerischen Schnellschach-Meisterschaft in Dinkelsbühl fahren. (Auf dem Foto: Meister Moritz Richter, links, Vize Igor Shashkin, daneben.)

In der Saalestadt galt es außerdem, eine Meisterin zu küren. Bekanntlich war die separate Schnellschach-Meisterschaft der Frauen wiederum nicht zustandegekommen. Deshalb wurde dieser Titel erneut bei der allgemeinen Meisterschaft mit ausgespielt. Schade, dass nur eine Frau mitspielte. Vera Lorencova sicherte sich den Pokal und holte damit einen oberfränkischen Titel für den SC Waldsassen – was wohl ebenso eine Seltenheit darstellt wie ein Champion vom SC Schwarzenbach.

Auch darüber hinaus waren es bemerkenswerte Titelkämpfe im Postsportheim in Hof. Zum einen weil Spieler mit DWZ 2200 aufwärts fehlten und damit der Kampf um Spitze und Treppchenplätze lange offen blieb. Zum anderen weil das Turnier absolut fair ablief; die Turnierleitung musste in keinem einzigen Streitfall schlichtend eingreifen. Bei der ersten oberfränkischen Meisterschaft 2026 ging es allen Beteiligten allein ums Schach – so kann es dieses Jahr gern weitergehen. 

Ein starkes Turnier spielte der Sonneberger Altmeister Franz Geisensetter, der nur gegen den Erst- und Drittplatzierten verlor und verdient auf dem vierten Platz landete. Damit ist er möglicher Nachrücker für die „Bayerische“. Und auch er durfte – wie die drei Besten und die Meisterin – einen Geldumschlag mit nach Hause nehmen: als Gewinner des Ratingpreises mit DWZ unter 1900. So brachte sich Geisensetter selbst in die Favoritenrolle bei der oberfränkischen Senioren- bzw. Nestoren-Meisterschaft im Schnellschach, die am 9. Mai in Kirchenlamitz ausgetragen wird. Der zweite Ratingpreis (unter 1600) war hart umkämpft. Hier setzte sich zum wiederholten Mal Nariman Rzaiev (SC Schwarzenbach) mit drei Punkten durch. Kleine Anmerkung dazu: Spieler ohne DWZ können keinen Ratingpreis gewinnen, so legt es die Ausschreibung fest.

Die Gewinner der Geldpreise (von links): Nariman Rzaiev (Rating unter 1600), Moritz Richter (Meister), Igor Shashkin (Vizemeister), Vera Lorencova (Meisterin) und Franz Geisensetter (Rating unter 1900). Der Drittplatzierte Connor Koppe war beim Fototermin schon auf dem Weg zum Tischtennis.

Sämtliche Ergebnisse und der Turnierverlauf sind auf Chess-results zu finden. 

Text und Bildquelle: Jan Fischer