Spitzenbretter im Siegesrausch: Seubelsdorfer Erste schafft den Hattrick

Mit zwei 5:3-Erfolgen ist die Seubelsdorfer Erste fulminant in die Bezirksoberliga-Saison 2025/26 gestartet. Sollte dieser Siegeszug am 16. 11. 2025, dem Volkstrauertag, sein Ende finden oder würden die Seubelsdorfer Gäste beim Auswärtsspiel gegen TSV Kirchenlaibach 1 zumindest still jubeln können?

Der erste Grund zur Freude bot sich den Gastgebern: Maximilian Kühnberger verschenkte an Brett 6 mit langwierigen Springermanövern viel Zeit, kam dem Ausgleich aber immer wieder nahe. Zuletzt gestattete er es Gerd Lederer jedoch, am Königsflügel übermächtig mit Springer und Dame aufzumarschieren. Um ein Matt zu verhindern, musste Kühnberger seine eigene Dame gegen das Pferd opfern und konnte danach die Niederlage nur um wenige Züge hinauszögern.

Eine Dame spielte an Brett 4 ebenfalls eine besondere Rolle: Clemens Hanschkow baute sich zunächst ruhig auf und beobachtete, wie Johannes Doleschal wiederholt mit dessen stärkster Figur manövrierte. Dies nutzte Hanschkow dazu, eine mächtige Angriffsstellung aufzubauen. Auch Doleschal hätte noch seine bis zuletzt gescheuchte Dame geben müssen, zog es aber vor, kurz vor dem Matt zu kapitulieren.

Andrej Schumacher an Brett 5 gegen Josef Bodenschatz und Hans-Jürgen Drechsel gegen Werner Malzer an Brett 7 interpretierten als zweischneidig bekannte Eröffnungen jeweils ruhig und besonnen. Die dadurch erreichten Punkteteilungen wahrten den Gleichstand und ließen den noch laufenden Partien umso größeres Gewicht zukommen.

Dabei schien sich die Waage wieder zugunsten der Gastgeber zu neigen. In einer beiderseits von Anfang an originell geführten Partie büßte Leon Brocke schon frühzeitig einen Bauern ein, auch wenn er sich gegen Mirko Fuchs bis weit ins Endspiel hinein wehrte.

Bis ins Endspiel sollte es an Brett 3 gar nicht erst kommen: Während Matthias Bergmann im Zentrum und am Königsflügel eine beeindruckende Bauernwalze ins Rollen brachte, baute Stefan Koch unbekümmert seine Position am Damenflügel auf. Als Bergmann daraufhin die Königsstellung mit einem wuchtigen Springeropfer aufriss, hatte Koch dem daher nichts entgegenzusetzen. Nachdem wenig später Brocke die Segel streichen musste, standen beide Teams erneut gleichauf.

Wie schon im letzten Mannschaftsspiel steigerten sich nun die Seubelsdorfer Spitzenbretter in einen Siegesrausch. Am zweiten Brett verschaffte sich Marko Hofmann rasch ein freies, über das ganze Brett ausstrahlendes Figurenspiel. Auf der Suche nach Konterchancen verrannte sich Stefan Oschetzki mit seinen Türmen und musste einen davon gegen eine Leichtfigur abgeben. Genüsslich verschmähte Hofmann mehrfach bequeme Vereinfachungen, um seinen Gegner immer weiter einzuschnüren und zeitweise sogar seinen König ins taktische Gefecht zu werfen. Sieben Züge vor dem Matt gab sich Oschetzki daraufhin geschlagen.

An Brett 1 war es umgekehrt der Kirchenlaibacher Reiner Singer, der sich nicht auf Vereinfachungen einlassen wollte. Denn ihm hatte Tizian Wagner durch konsequentes Druckspiel erst auf beiden Flanken und dann im Zentrum solche Schwächen zugefügt, dass Singers Bauernstruktur immer mehr einem kariösen Gebiss glich, dessen einzelne Teile nach und nach ausfielen. Auch ohne weiteren Abtausch brachte Wagner im Dame-Turm-Endspiel seine Mehrbauern der Umwandlung so nahe, dass jeder Widerstand zwecklos wurde.

Damit hat die Seubelsdorfer Erste, einmal mehr als niedriger gewertete Mannschaft und wieder mit einem 5:3, den Hattrick geschafft und die Tabellenspitze im Abstand von zwei Mannschaftspunkten zum Zweitplatzierten verteidigt.


Bildunterschrift: Zwei Spitzenbretter – zwei Siege (links: Tizian Wagner; rechts: Marko Hofmann)

Bildquelle: Andrej Schumacher

Textquelle: Uwe Voigt