Am seidenen Faden: Knappe Niederlage der Seubelsdorfer Ersten gegen Kulmbach

Am 18. Januar 2026 empfing die Seubelsdorfer Erste SK Kulmbach 1. Beide Teams lagen von der durchschnittlichen Wertungszahl her fast gleichauf und lieferten sich dementsprechend einen Kampf auf Augenhöhe.

An Brett 7 versuchte Maximilian Kühnberger, mit einem mutigen Figurenopfer die gegnerische Königsfeste zu sprengen und den Punkt rasch im Angriff zu pflücken. Allerdings standen Kühnbergers übrige Steine nicht aktiv genug, so dass Thomas Birus seine Stellung konsolidieren und in ein gewonnenes Endspiel einlenken konnte.

Ruhiger begann es am achten Brett. Paul Buron baute sich solide-positionell auf und Tena Sabol reagierte darauf vorsichtig-zurückhaltend. Nach der Öffnung des Zentrums kam es zu einem neckischen Fesselspiel zwischen zwei ungedeckten Türmen auf einer Linie. Bis dahin schwebte alles noch im Gleichgewicht, doch in einem unachtsamen Moment ließ Buron eine Aktion von Dame und Springer gegen seinen König zu, von der er sich nicht mehr erholte.

Von Anfang an nach vorne spielte dagegen Tizian Wagner an Brett 2. Durch eine kleine Kombination sicherte er sich das Läuferpaar, scheuchte die feindliche Dame im Mittelfeld herum und formte aus seinen eigenen Figuren währenddessen kraftvolle Batterien, deren Einschläge dem Monarchen von Roman Bogatenko zu guter Letzt den Garaus machten.

Am Spitzenbrett erweckte Jürgen Gegenfurtner zunächst den Anschein, als ließe er sich von Moritz Sesselmann leicht auf dem Königsflügel einengen. Nachdem sich die Stellung vereinfacht hatte, war es dann aber Gegenfurtner selbst, der auf den so entstandenen geschwächten Feldern die Initiative ergriff. Im Bemühen, sich dagegenzustemmen, unterschätzte Sesselmann einen Turmeinbruch auf der anderen Bretthälfte, verfuhr zunehmend kopflos und ging daraufhin in wenigen Zügen unter.

Den so wieder hergestellten Gleichstand wahrte die Partie von Andrej Schumacher gegen Goran Sabol, in der an Brett 6 die Remisbreite nicht überschritten wurde.

Gegen einen beherzten Vorstoß von Clemens Hanschkow setzte Wolfgang Siegert an Brett 5 auf konsequenten Positionsdruck von der Flanke her, den er zunehmend erhöhte; schließlich krönte der Kulmbacher Routinier seine Ausdauer mit einem Matt.

Matthias Bergmann ließ an Brett 4 gegen Thomas Kunte zu viele Vereinfachungen zu und konnte daher mit seiner Punkteteilung nicht dazu beitragen, den Seubelsdorfer Rückstand erneut wettzumachen. Genau darum kämpfte Marko Hofmann am dritten Brett gegen Benjamin Weiß mit immer neuen kreativen Figurenmanövern bis ins Endspiel hinein, traf dabei aber auf so entschlossene Gegenwehr, dass auch er über ein Remis nicht hinauskam.

So endete dieser durchweg spannende Spieltag mit einer denkbar knappen Seubelsdorfer 3,5:4,5-Niederlage. Damit musste die Seubelsdorfer Erste zugleich die Tabellenspitze räumen, die es dank seines fulminanten Saisonstarts bislang innegehabt hatte, und fiel auf einen freilich immer noch beachtlichen vierten Platz zurück.

Uwe Voigt

Bildunterschrift: Marko Hofmann kämpft weiter, auch wenn Brett und Flasche schon fast leer sind

Bildquelle: Andrej Schumacher