Der erste Spieltag 2026 der oberfränkischen Ligen hat vieles geboten. Aufsteiger, die weiter nach oben streben. Mannschaften, die ins Oberhaus zurückdrängen. Und ein sehr ungewöhnliches Ergebnis in einem Spitzenspiel.
Unser Spiel des Tages: Ungeschlagen standen Hof 2 und Marktleuthen 2 an der Spitze der Bezirksliga Ost. Ein echter Knaller zum Jahresbeginn also im Marktleuthener Stadtteil Großwendern. Doch obwohl die Mannschaften nominell ausgeglichen waren, wurde es ein sehr einseitiger Wettkampf. Eine Partie nach der anderen ging für die Hausherren verloren, sie traten mitnichten wie ein Topteam auf und erwischten einen rabenschwarzen Tag. Hof erhöhte Punkt um Punkt; Karl-Johan Laustsen, der eben erst seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, holte das einzige Unentschieden für die Gastgeber. Die Folge: Der PTSV-SK Hof 2 führt mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung und starkem Brettpunktverhältnis die Tabelle an. Marktleuthen müsste jetzt schon alles (hoch) gewinnen und gleichzeitig auf Ausrutscher der Saalestädter hoffen – sonst wird es nichts mit der sofortigen Rückkehr ins Oberhaus. (Das Bild zeigt, links, Sebastian Strätker, Hof, im Duell gegen Udo Rotsching. – Foto: André Wilfert)
Das Oberhaus: Ein bisschen verkehrte Welt in der Bezirksoberliga: Neulinge mischen die Liga auf, Etablierte finden sich in der Abstiegszone wieder. Allen voran Aufsteiger Bamberg 3, der mit einem Sieg bei Bindlach 2 die Nummer eins erobert hat. Die Bindlacher wiederum sind erst mal Schlusslicht – das war keinesfalls zu erwarten. Das Topspiel lautete Seubelsdorf vs. Kulmbach, mit dem knapp besseren Ende für die Gäste. Oberkotzau zeigte mit einem 6:2, dass der Ost-Aufsteiger endgültig in der Bezirksoberliga angekommen ist und sicher noch nicht genug hat. Sonneberg und Kronach verschafften sich mit ihren Erfolgen etwas Luft im – man muss es so knallhart schreiben – sich zuspitzenden Kampf um den Klassenerhalt.
Der Osten: Hof 2 bleibt das Maß aller Dinge in der Bezirksliga Ost. Das Duell mit dem aktuellen Zweiten steht erst zum Saisonfinale auf dem Spielplan. Ob bis dahin vielleicht schon alles klar ist? Die Hofer haben’s jedenfalls in der Hand. Der Höhenflug von Kulmbach 2 endete vorerst mit der ersten Niederlage in Kirchenlamitz. Für Tröstau/Mehlmeisel wird es bereits jetzt schwer, den Abstieg zu verhindern. Punktlos steht die SG am Tabellenende, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Zähler.
Der Westen: Zwei Mannschaften der Bezirksliga West, die lange Zeit zur Bezirksoberliga gehörten, setzen alles auf ein Comeback. Da ist zum einen der SK Michelau, der seine Brettpunktbilanz weiter aufpolierte und mit einem Ein-Punkte-Polster an der Spitze thront. Zum anderen holte der Absteiger FC Nordhalben einen knappen Sieg und bleibt den Michelauern auf den Fersen. Das direkte Aufeinandertreffen hat bereits stattgefunden; das heißt, der SK kann mit vier Erfolgen in der restlichen Saison aus eigener Kraft den Aufstieg klar machen. Abgeschlagen ist auch im Westen eine Spielgemeinschaft, die Reserve aus Hollfeld/Memmelsdorf. Neustadt 2 ist vorerst gestoppt, Strullendorf pirscht sich womöglich wieder an die vorderen Plätze heran.
Die Vorschau: In Runde sechs am 8. Februar gibt es im Oberhaus ausschließlich richtungsweisende Spiele. Im Osten kommt es unter anderem zu einem Verfolger- und einem Abstiegsderby. Und im Westen wird sich zeigen, wer Tuchfühlung zu Platz eins halten kann.
Textquelle: BVO-Webseite / Jan Fischer
