Am virtuellen Schachbrett um Punkte gerungen

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Auswahlteams der Bayerischen Schachjugend maßen sich im Februar in zwei
Ländervergleichskämpfen mit den Landesauswahlen der Schachjugenden Baden und
Württemberg.
Um sich trotz der weiter andauernden coronabedingten Aussetzung des Spiel- und
Trainingsbetriebs am Schachbrett fit zu halten, organisierte die Bayerische Schachjugend
zusammen mit den Schachjugenden aus Baden und Württemberg im Februar zwei virtuelle
Ländervergleichskämpfe auf der Online-Schachplattform Lichess, die durch eine
kommentierte Liveübertragung auf mehreren Kanälen im Internet begleitet wurden. An zwei Wochenenden trat das bayerische Achter-Auswahlteam – beim ersten Wettstreit bestehend
aus Spielerinnen und Spielern bis 16 Jahre, beim zweiten aus Spielerinnen und Spielern bis 20 Jahre – zu jeweils einem Schnellschach- und einem Blitzschachmatch im Modus „Jeder gegen
Jeden“ gegen die Ländervertreter aus dem Südwesten an. Ein Nachbereitungslehrgang mit
dem bayerischen Landestrainer, Großmeister Michael Prusikin, rundete die fair verlaufenen
Wettkämpfe aus bayerischer Sicht ab.
In den U16-Ländervergleichskampf ging das bayerische Team – Markus Albert vom SC
Ansbach 1855, Lisa Adelhardt vom SC Erlangen 48/88, Siri Marleen Prinzen vom SK
Tarrasch 1945 München, Arne Deschler vom SC Noris-Tarrasch Nürnberg, Leo Navarro
Jahnke vom MTV Ingolstadt, Ruben Andrade vom TV Tegernsee, Narek Gewondow von der
SGem 1882 Fürth, Laura Sophie Bauer vom SK Neumarkt und Ainhoa Karlinger De la
Quintana vom SC Wolfratshausen – als nomineller Favorit, lag jedoch nach der ersten
Disziplin „Schnellschach“ überraschend mit 31:33 gegen die Württemberger Jugendlichen
zurück. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gelang es dem bayerischen Nachwuchs,
die zweite Disziplin „Blitzschach“ deutlich mit 37:27 zu seinen Gunsten zu entscheiden und
somit auch den Wettkampf noch zum Endstand von 68:60 zu drehen. Bayerischer Top-Scorer
war dabei Markus Albert, seines Zeichens amtierender deutscher Meister in der Altersklasse
U14, mit sehr starken 13,5 Punkten aus 16 Partien vor Ruben Andrade mit 10,5 Zählern.
Hervorzuheben ist auch die Leistung von Ainhoa Karlinger De la Quintana, die zur Halbzeit
spontan als Ersatz für Leo Navarro Jahnke einsprang und aus den zehn verbleibenden Partien
6,5 Punkte beisteuerte.
Unter umgekehrten Vorzeichen fand eine Woche später der U20-Ländervergleichskampf statt:
Die BSJ-Auswahl – Jana Schneider und Lars Goldbeck vom SC Bavaria Regensburg von
1881, Jana Bardorz vom TSV 1869 Rottendorf, Benedikt Huber und Leonardo Costa vom SK
München Südost, Tobias Kolb vom SC 1868 Bamberg, Uli Weller von den SF Augsburg und
erneut Markus Albert vom SC Ansbach 1855 – war auf dem Papier diesmal das unterlegene
Team, ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und ging nach der ersten Disziplin
„Schnellschach“ mit 33,5:30,5 in Führung. Analog zum U16-Wettkampf schlugen die
Favoriten erst in der zweiten Disziplin „Blitzschach“ zu, die mit 36:26 deutlich an die
Ländervertreter aus dem Südwesten ging, womit auch der Wettkampf insgesamt mit 61,5:66,5
zu Ungunsten der Bajuwaren endete. Die meisten Zähler für Bayern steuerte Benedikt Huber
mit 10,5 Punkten aus 16 Partien bei, vor Uli Weller mit 10 Punkten und dem deutschen U16-
Vizemeister Tobias Kolb mit 9,5 Punkten.

Text von Florian Suess

Bildquellen

  • bsj: E. Pfann BSJ