Pflegers Schachecke in ZEIT MAGAZIN – Studie von Ernest Pogosjanz

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Die einsam an der plätschernden Wiesent in der Fränkischen Schweiz gelegene Pulvermühle ist ein historischer Ort der Literaturgeschichte. Hier gründete sich 1947 die legendäre Gruppe 47 aus führenden deutschen Dichtern und Kritikern, um freilich an gleicher Stelle 20 Jahre später in einem Riesentumult der Herren Grass, Walser, Reich-Ranicki und Co. ihr eigenes Ende einzuleiten.

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Pulvermühle im verschneiten Wiesenttal

Die Pulvermühle mit der Schachfamilie Bezold als ursprünglichen Besitzern ist aber auch ein Ort der Schachgeschichte. Hier waren die Weltmeister Michail Botwinnik, Tigran Petrosjan und der große Paul Keres zu Gast, hier versteckte sich Bobby Fischer ab Oktober 1990 gar volle drei Monate auf seiner ureigenen Flucht vor der Welt. Und analysierte, wenn er am späten Nachmittag aufstand, mit dem deutschen Jugendmeister Michael Bezold, der später Großmeister werden sollte – eine Schulung par excellence.

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Und hier veranstaltete Michael selbst Anfang dieses Jahrhunderts die beliebten Fränkischen Großmeistertage. Heute lebt er als Software-Entwickler mit seiner Familie in München und ist mit Sohn Lukas leidenschaftlicher Jugendtrainer beim Fußball – da darf ich dann schon einmal Nikolaus sein. Aber natürlich lässt ihn das Schach nicht los. Entsprechend schenkte er mir einen selbst gebastelten Adventskalender, statt Schokolade freilich 24 Schachstudien. Keine leichte Kost – wie am 3. Dezember die Studie von Ernest Pogosjanz aus dem Jahr 1963. Wie gewinnt Weiß am Zug?

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Quelle: ZEITMAGAZIN NR. 6/2021 3. FEBRUAR 2021

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