Mitgliederversammlung des Schachbezirks Oberfranken

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Versammlung beschließt neue Schachsaison

Lange musste die Versammlung des Schachbezirks Oberfranken tagen. Nach vier Stunden war es geschafft, man hatte den Bezirksvorstand gewählt, über Anträge beraten, Ehrungen vergeben und auch über den Spielbetrieb in Corona-Zeiten beraten.

Zur Mitgliederversammlung in den Kronacher Ortsteil Ziegelerden kamen von 63 Vereinen 26, was im Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt. Nach den durchwegs positiven Berichten der Vorstandsmitglieder kam es zur Wahl der Mitglieder des erweiterten Vorstandes. Hier gab es wenig Neuerungen. Der vakante Posten des zweiten Spielleiters konnte glücklicherweise besetzt werden. Der bereits als Schiedsrichter turniererfahrene Daniel Albert (TSV Oberlauter) unterstützt fortan Reiner Schulz. Neuer Vizejugendleiter ist Christian Gebhardt vom SV Seubelsdorf. Da Wolfgang Siegert leider nicht mehr antrat, blieb der Posten des Schulschachreferenten vakant. Interessierte Schachspieler sollen sich bitte beim Bezirksvorsitzenden melden. Auch an der Spitze des Rechtsausschusses tat sich etwas. Neuer Leiter des Gremiums, welches in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht tagen musste, ist der Rechtsanwalt Manfred Köhler (Concordia Strullendorf). Auf Vorschlag des Vorsitzenden Ingo Thorn sollen die Kassenprüfer spätestens alle vier Jahre wechseln. Neue Kassenprüfer sind Leon Bauer (SV Neustadt bei Coburg) und Hans Gerhard Neuberg (Kronacher SK).

Da der Schachbezirk im nächsten Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, wurde eine Chronik unter der Federführung von Franz Geisensetter geschrieben. Er selbst wurde von der Chronik des Bayerischen Schachbundes inspiriert und hat auch schon Erfahrung im Schreiben einer Chronik. Anfang des Jahres wurden noch Hans Blinzler und Stefan Wunder mit ins Boot geholt, Hans-Gerhard Neuberg unterstützt das Trio ebenfalls seit Kurzem. Diese Schachfreunde hatten besonders in den letzten Monaten viel Zeit investiert, um tausende Seiten Material zu sichten und das wichtigste in eine Chronik zu packen. Man möchte auch “die Pioniere des Schachs wiederaufleben lassen”, so Geisensetter. Beispielsweise gab es schon 1884 eine oberfränkisch-thüringische Schachvereinigung, 1904 fand der deutsche Schachkongress in Oberfranken statt. Bezirksvorsitzender Ingo Thorn ermahnte dennoch: “Wir müssen mindestens 150 Exemplare verkaufen, sodass es sich lohnt, wobei der Bezirk dann immer noch bis zu 2000 Euro drauflegt, weshalb die Bezirksversammlung darüber abstimmen muss.” Der Arbeitseifer und die Idee einer einmaligen Chronik kamen bei den Vereinen sehr gut an, weshalb schon 80 Vorbestellungen vermerkt wurden, woraufhin der Druck beschlossen wurde. Es wurden bereits zwei Angebote eingeholt, bei weiteren Druckereien wird noch angefragt. Die 500 Seiten starke Chronik wird 25 Euro kosten und ab etwa Januar ausgeliefert. Eine Vorbestellung ist per Formular auf der Bezirkswebseite bis zum 1. Dezember möglich.

Wie bereits bekannt ist, wurde die laufende Schachsaison aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen. Zu viele Unklarheiten bezüglich der Spielräume und der Bereitschaft der teilnehmenden Mannschaften zwangen den erweiterten Bezirksvorstand, auch den Nachholspieltag im September abzusagen. Stattdessen befragte man die Vereine, welche wiederum ihre Spieler befragten. Es gab ein gemischtes Meinungsbild. Viele Vereine wollten die laufende Saison abbrechen, um Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Für eine neue Saison waren dann aber mehr Vereine, weshalb die Versammlung zunächst beschloss, im November eine reguläre Saison zu spielen. Nach heftigen Diskussionen über Spieler mit Husten oder Schnupfen, welche nach dem Hygienekonzept nicht spielen dürfen, brachte Bezirksvorsitzender Ingo Thorn einen schlichtenden Kompromiss. Die neue Saison startet im Februar, also nach einer eventuell stattfinden Einzelmeisterschaft. Der erweiterte Bezirksvorstand wird sich weitere Gedanken zur neuen Saison machen. Die Bezirksspielleitung wurde außerdem ermächtigt, für eine neue Saison die Anzahl der Bretter auf sechs zu verringern und in Ausnahmefällen (coronabedingte Absage) Geldbußen auszusetzen. Ebenso darf im Jugendbereich die Anzahl der Spiele verringert werden bzw. schon vor Februar angefangen werden, um so Fristen der BSJ einzuhalten. Somit gibt es bis zum Februar vorerst keine offiziellen Mannschaftskämpfe in Oberfranken, Einzelturniere können aber durchaus stattfinden.

Nach den Beschlüssen der Versammlung sind folgende Vereine neue Meister und steigen auf, sofern die bayerischen Ligen fortgesetzt werden: PTSV-SK Hof (Bezirksoberliga), 1.FC Marktleuthen 2 (Bezirksliga Ost), SK Michelau (Bezirksliga West).

Die Absteiger ergeben sich erst, wenn bekannt ist, wie viele Mannschaften aus der Regionalliga nach Oberfranken absteigen.Bezirksjugendleiter Tobias Pfadenhauer ehrte zugleich die Jugendmeister, welche noch im September den Bezirk auf bayerischer Ebene vertreten. In der U14 gewann der SC Höchstadt mit zwei Punkten Vorsprung (ohne den letzten Spieltag zu spielen). Meister der U16 wurde der SC Bamberg, in der U20 der Kronacher SK.

Über weitere Anträge, welche das Jubiläum und den Spielbetrieb betreffen, wurde nach einer Mittagspause abgestimmt. Angenommen wurde der Antrag, einen Schnellschach-Grand-Prix zu veranstalten. Hier sollen bestehende eintägige Turniere in eine Turnierserie integriert und mit hochwertigen Preisen dotiert werden. Falls bereits dafür angedachte Turniere wegen Corona ausfallen müssen, versucht man diese zu verschieben oder an anderen Orten stattfinden zu lassen (größere Räumlichkeiten). Auf Antrag des SV Seubelsdorf wird ab der Saison 22/23 mit der Spielzeit “Fischer kurz” (90min für 40 Züge + 30min + 30sec/Zug ab dem ersten Zug) in allen Oberfränkischen Wettbewerben mit langer Bedenkzeit (ausgenommen Jugend) gespielt. Man möchte sich den übergeordneten Verbänden angleichen und zugleich mit der langen Vorlaufzeit den kleinen Vereinen eine Chance geben, sich digitale Uhren anzuschaffen. Für einen Festakt anlässlich des Jubiläums sowie eine Werbeaktion wurde ebenfalls auf Antrag Geld zurückgestellt. Zudem finden die bayerischen Meisterschaften 2021 auf Schloss Schney statt. Hier rechnet man mit geringen Kosten (900 Euro), da der BSB die meisten Kosten sowie die Organisation trägt. Lediglich einige Helfer müssen vom Bezirk gestellt werden.

Last but not least wurden einige verdiente Funktionäre mit der Ehrennadel des Bezirks geehrt:
Bronze: Tobias Pfadenhauer, Ulrike Pfadenhauer, Franz Geisensetter, Gerhard Groschwitz, Alexander Dohlus, Mirko Fuchs, Tobias Feigel, Ulrich Hertel, Wolfgang Hornung, Petra Wolf
Silber: Claus Kuhlemann, Olaf Knauer

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Den Ludwig-Schirner-Ehrenpreis für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit erhielt
Stefan Wunder vom FC Nordhalben.

Der Jugendpreis des Schachbezirks ging an den SC Waldsassen.

Text / Foto von Elias Pfann

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