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SCHACHSPIEL IN DER REALITÄT

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Das Brettspiel Schach ist vermutlich seit dem 13. Jahrhundert in Europa etabliert. Erst im 18. Jahrhundert aber entwickelte es sich zu einem Teil der bürgerlichen Kultur. Das erste moderne Turnier wurde beispielsweise 1851 organisiert. Dies zeigt die historische Bedeutung des Schachspiels. Doch Schach wurde nicht nur als Brettspiel durchgeführt. Auch das sogenannte Lebendschach hat eine lange Geschichte. Lebendschach ist eine amüsante Freizeitaktivität, die anscheinend auch Anhänger in Russland vor knapp einem Jahrhundert hatte. In Russland hat Lebendschach jedoch eine lange Tradition. Schon 1796 wurde für den Empfang des schwedischen Königs Gustav Adolf IV eine Schachpartie mit menschlichen Spielfiguren abgehalten. Denn Lebendschach wurde bereits in Königshäusern gespielt. So wurden unter anderem Schlachten nachgespielt, die man heutzutage wohl mit Freilichtspielen vergleichen kann. Angeblich reichen erste Berichte darüber bereits ins 14. Jahrhundert zurück. Als Schachfiguren verkleidete Menschen werden dabei über ein riesiges Feld bewegt. Im Jahr 1924 spielten die besten Schachspieler der Stadt Leningrad mit echten Pferden, Kanonen und Fahnenträgern.

 1924 war übrigens das Jahr, als Sankt Petersburg …

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… in Leningrad umbenannt wurde. Das Schachspiel, was sie auf dem Foto sehen, wurde von zwei Schachmeistern gespielt, die ihre Züge per Telefon bekannt gaben. Die Schachfiguren waren Soldaten der Sowjetarmee. Es war eine Art Werbekampagne um Russen für das Schachspiel zu begeistern, was anscheinend ja ganz gut geklappt hat, wenn man sich die Liste der Schachgroßmeister anschaut. Die Sowjetunion stellte nicht umsonst nahezu alle Weltmeister von 1945 bis 1990.

Bildquellen

  • schach_lebendig: Public Domain/Wikimedia Commons